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Rückstauklappe richtig einbauen: Bedingungen, senkrechte Einbaulage & DIN EN 13564

22. Oktober 2026· 9 Min. Lesezeit
KI-generiertes Bild: Handwerker in einem Keller justiert mit einer Wasserwaage eine Rückstauklappe in einer horizontal verlaufenden Abwasserleitung, der Revisionsdeckel ist abgenommen

Die Aufgabe einer Rückstauklappe besteht darin, Abwasser aus einem überlasteten Kanal davon abzuhalten, in Ihren Keller zu gelangen. Ob sie diese Aufgabe im entscheidenden Moment auch erfüllt, hängt fast vollständig vom Einbau ab. Sie braucht den passenden Ort und die passende Lage, und sie darf ausschließlich die Abläufe absichern, die unterhalb der Rückstauebene liegen. Im Folgenden erläutern wir Ihnen, welche Anforderungen DIN EN 13564 und DIN 1986-100 stellen, weshalb ein senkrechter Einbau in aller Regel nicht in Frage kommt und wie Sie Ihren Rückstauschutz dauerhaft funktionsfähig halten.

Rückstau einordnen: Wofür eine Rückstauklappe gut ist und wofür nicht

Zu Rückstau kommt es immer dann, wenn im öffentlichen Kanal mehr Wasser ankommt, als dieser ableiten kann. Auslöser sind meist heftige Gewitterschauer oder eine Verstopfung im Straßenkanal. Der Wasserspiegel im Kanal steigt in solchen Momenten, und das Wasser drückt über die Hausanschlussleitung zurück in die Grundleitung Ihres Gebäudes. Dort erreicht es dieselbe Höhe wie im Kanal, schlimmstenfalls also das Niveau der Straße. Jeder Ablauf, der tiefer liegt, wird dann zu einer Stelle, an der das Wasser austritt. Gemeint sind etwa der Bodenablauf in der Waschküche oder die Kellerdusche.

Die Rückstauklappe, die in der Norm korrekt als Rückstauverschluss bezeichnet wird, sitzt in der Abwasserleitung und lässt das Wasser nur in einer Richtung durch. Strömt das Abwasser wie üblich zum Kanal hin, öffnet es die Klappen. Kommt das Wasser dagegen von der Kanalseite, legen sich die Klappen an ihre Dichtflächen und versperren den Weg. Die meisten Bauarten besitzen zusätzlich einen Notverschluss, den Sie per Hand schließen können, beispielsweise bevor Sie länger verreisen oder wenn eine Unwetterwarnung vorliegt.

Rückstauebene: die entscheidende Höhenmarke

Als Rückstauebene bezeichnet man die Höhe, bis zu der das Wasser in einer Entwässerungsanlage maximal steigen kann. In den meisten Gemeinden wird dafür die Straßenoberkante an der Anschlussstelle angesetzt, solange die örtliche Entwässerungssatzung keine abweichende Regelung trifft. Wenn Sie in Biedenkopf oder einem der Nachbarorte ein Haus besitzen, lohnt sich daher ein Blick in die Satzung Ihrer Stadt oder Gemeinde, alternativ eine kurze Anfrage beim Bauamt. Zahlreiche Satzungen verpflichten Eigentümer nämlich ausdrücklich dazu, ihr Gebäude eigenständig gegen Rückstau abzusichern. Nicht selten wird außerdem jede Haftung der Gemeinde für Rückstauschäden ausgeschlossen, sofern diese Sicherung nicht vorhanden ist.

Gerade im Hinterland mit seinen Hängen und Tälern ist die Lage der Rückstauebene nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Verläuft die Straße oberhalb Ihres Hauses, kann unter Umständen bereits ein Ablauf im Erdgeschoss unterhalb der Rückstauebene liegen. Liegt das Haus hingegen deutlich über dem Straßenniveau, ist vielleicht überhaupt keine Ablaufstelle gefährdet. Bei Starkregen sammelt sich das Wasser aus den höheren Ortsteilen im Tal, sowohl entlang der Lahn als auch in den Seitentälern. Deshalb stößt der Kanal am tiefsten Punkt häufig als Erstes an seine Grenzen.

Wo die Klappe an ihre Grenzen kommt

Eine Rückstauklappe bietet ausschließlich Schutz vor Wasser, das durch die Abwasserleitung zurückgedrückt wird. Oberflächenwasser, das über Lichtschächte oder Kellertreppen hereinkommt, hält sie nicht auf. Ebenso ist drückendes Grundwasser, das durch Wände oder die Bodenplatte eindringt, ein eigenes Thema. Wenn Sie Ihren Keller wirksam schützen möchten, sollten Sie deshalb sämtliche Eintrittswege im Blick haben.

Gegen Oberflächenwasser an Lichtschächten helfen eigene Maßnahmen wie dichte Lichtschachtabdeckungen, gegen drückendes Grundwasser eine Abdichtung des Kellers.

Die zugrunde liegenden Normen: DIN EN 13564, DIN EN 12056, DIN 1986-100 und DIN EN 752

Sobald Sie sich mit dem Thema Rückstauschutz befassen, begegnen Ihnen gleich mehrere Normen. Diese ergänzen sich gegenseitig, und jede erfüllt eine eigene Funktion. Die eine beschreibt das Produkt, die nächste die Entwässerung innerhalb des Gebäudes, eine weitere die nationale Umsetzung in Deutschland und die letzte das Kanalnetz außerhalb.

DIN EN 13564-1: die verschiedenen Bauarten

In DIN EN 13564-1 ist geregelt, welche Anforderungen Rückstauverschlüsse in Gebäuden erfüllen müssen, außerdem werden sie dort in Typen unterteilt. Maßgeblich für diese Einteilung sind vier Merkmale. Dazu zählen die Anzahl der selbsttätigen Verschlüsse, das Vorhandensein eines Notverschlusses sowie der Antrieb mit oder ohne Fremdenergie. Hinzu kommt, ob das Gerät für eine Rohrleitung oder für einen Bodenablauf vorgesehen ist. Welcher Typ vorliegt, können Sie dem Typschild oder dem Datenblatt entnehmen.

Übersicht der Rückstauverschlüsse nach DIN EN 13564-1

TypAufbauTypischer Einsatz
Typ 0Ein selbsttätiger Verschluss, kein Notverschluss; für waagerechte LeitungenFür den Rückstauschutz von Ablaufstellen nach DIN 1986-100 in der Regel nicht ausreichend
Typ 1Ein selbsttätiger Verschluss und ein Notverschluss, die kombiniert sein können; für waagerechte LeitungenNur eingeschränkt zulässig; Einzelheiten regelt DIN 1986-100
Typ 2Zwei selbsttätige Verschlüsse und ein Notverschluss; für waagerechte LeitungenFäkalienfreies Abwasser, z. B. Waschmaschine, Dusche, Bodenablauf
Typ 3Verschluss mit Fremdenergie und Sensor plus ein davon unabhängiger Notverschluss; für waagerechte LeitungenFäkalienfreies Abwasser; mit Kennzeichnung F auch fäkalienhaltiges Abwasser
Typ 4 und 5Rückstauverschlüsse zum Einbau in BodenabläufeFäkalienfreies Abwasser, z. B. Kellerbodenablauf

Vereinfachte Darstellung. Verbindlich sind die Norm, das Typschild sowie die Einbauanleitung des jeweiligen Herstellers.

Bei fäkalienhaltigem Abwasser schreibt die deutsche Planungsnorm einen Rückstauverschluss vom Typ 3 mit der Zusatzkennzeichnung F vor. Solche Geräte registrieren steigendes Wasser über einen Sensor und schließen dann per Motor. Damit der Schutz nicht ausschließlich an der Stromversorgung hängt, ist zusätzlich ein Notverschluss vorhanden, der ohne Fremdenergie arbeitet.

DIN EN 12056 und DIN 1986-100: Planungsvorgaben für das Gebäude

Die DIN EN 12056 befasst sich mit der Schwerkraftentwässerung im Inneren von Gebäuden, wobei ihr Teil 4 Abwasserhebeanlagen und den Rückstauschutz behandelt. Hierzulande wird diese europäische Norm, ebenso wie die DIN EN 752, durch die DIN 1986-100 um nationale Vorgaben für Gebäude und Grundstücke ergänzt. Sie bestimmt, welche Ablaufstellen gegen Rückstau gesichert werden müssen, wann ein Rückstauverschluss ausreicht und in welchen Fällen eine Hebeanlage erforderlich wird. Darüber hinaus finden sich dort Regelungen etwa zu Gefälle und Nennweiten der Leitungen. Für Betrieb und Wartung ist ergänzend die DIN 1986-3 maßgeblich.

DIN EN 752: weshalb ein Kanal planmäßig einstauen darf

Die DIN EN 752 bezieht sich auf Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden, also auf das Kanalnetz und die Grundstücksentwässerung bis zum Haus. Ein zentraler Gedanke dieser Norm lautet: Öffentliche Kanäle werden auf bestimmte Regenereignisse ausgelegt, nicht aber auf jedes erdenkliche Unwetter. Wenn ein Kanal bei Starkregen bis zur Straße volläuft, bedeutet das also nicht zwangsläufig einen Planungsfehler. In solchen Lagen ist ein Einstau ausdrücklich zulässig. Die Folgen hat der Grundstückseigentümer zu tragen. Er ist selbst dafür verantwortlich, seine Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene abzusichern, entweder mit einem Rückstauverschluss oder mit einer Hebeanlage.

Voraussetzungen für den Einbau: Wann eine Rückstauklappe ausreicht und wann eine Abwasserhebeanlage erforderlich ist

Die Planungsnormen formulieren hier einen klaren Grundsatz: Abwasser, das unterhalb der Rückstauebene entsteht, ist über eine Abwasserhebeanlage mit Rückstauschleife abzuleiten. Diese Anlage befördert das Wasser in einer Druckleitung zunächst über die Rückstauebene und leitet es erst anschließend zum Kanal. Auf diese Weise kann der Rückstau die Abläufe überhaupt nicht erreichen, und die Anlage bleibt selbst dann in Betrieb, wenn der Kanal vollständig gefüllt ist. Der Rückstauverschluss stellt die einfachere Variante dar, ist allerdings nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Für fäkalienhaltiges Abwasser, wie es etwa bei einem Keller-WC anfällt, nennen DIN EN 12056-4 und DIN 1986-100 vier Bedingungen, die sämtlich zugleich erfüllt sein müssen:

  • Zum Kanal hin ist ein Gefälle vorhanden, sodass die Ablaufstellen im freien Gefälle entwässert werden können.
  • Die Räume werden nur untergeordnet genutzt. Eine Überflutung würde weder nennenswerte Sachschäden noch gesundheitliche Gefahren nach sich ziehen.
  • Es handelt sich um einen kleinen Nutzerkreis, dem oberhalb der Rückstauebene ein WC zur Verfügung steht.
  • Während eines Rückstaus kann auf die Benutzung der Ablaufstellen verzichtet werden.

Bei fäkalienfreiem Abwasser aus Waschmaschine oder Dusche sind die Vorgaben weniger streng, sodass Rückstauverschlüsse hier wesentlich öfter in Betracht kommen. Eine sorgfältige Abwägung ist trotzdem sinnvoll. Ausschlaggebend ist eine ehrliche Einschätzung, was sich im Keller befindet und welcher Aufwand entstünde, wenn dort Abwasser stünde. Schon ein Hobbyraum mit Laminatboden und die Heizungsanlage sind zusammen schnell mehr wert, als man beim Begriff Keller zunächst vermutet.

Rückstauverschluss und Hebeanlage gegenübergestellt

Rückstauverschluss

  • Wird in die bestehende Gefälleleitung eingesetzt
  • Mechanische Ausführungen ohne Strom, Typ 3 mit Stromanschluss
  • Abläufe während eines Rückstaus nicht benutzbar
  • Nur unter den Voraussetzungen der DIN 1986-100 erlaubt
  • Monatliche Kontrolle durch den Betreiber

Abwasserhebeanlage

  • Abläufe bleiben auch während eines Rückstaus benutzbar
  • Vorgeschrieben bei hochwertiger Nutzung oder fehlendem Gefälle
  • Rückstauschleife oberhalb der Rückstauebene sichert dauerhaft
  • Erfordert Strom und genügend Platz
  • Regelmäßige Wartung abhängig von der Nutzung

Aus der Praxis: das nachträglich eingebaute Kellerbad

Bei älteren Einfamilienhäusern kommt folgende Situation häufig vor: Der Keller wird ausgebaut, und für die erwachsenen Kinder oder als Einliegerwohnung entsteht ein Bad mit Dusche und WC. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die Bedingung der untergeordneten Nutzung nicht mehr gegeben, denn Wohnräume mit Bodenbelag und Elektroinstallation sind genau das Gegenteil. Für das WC ist dann eine Hebeanlage die richtige Lösung. Die vorhandene Rückstauklappe am Bodenablauf der Waschküche kann je nach Lage erhalten bleiben, muss sich aber in das neue Gesamtkonzept einfügen. Solche Umbauten sollten deshalb unbedingt geplant werden, bevor die Fliesen verlegt sind.

Sonderfall: Regenwasser

Für Regenwasser, das auf Flächen unterhalb der Rückstauebene anfällt, gelten gesonderte Regeln. Gemeint sind beispielsweise eine außen liegende Kellertreppe oder eine abgesenkte Garagenzufahrt. Häufig verlangt die DIN 1986-100 hier eine Hebeanlage, da solche Flächen genau dann Wasser liefern, wenn der Kanal ohnehin voll ist. Für kleine Flächen existieren Ausnahmen, die man jedoch im Einzelfall prüfen lassen sollte.

Einbauort und Gefälle: an welcher Stelle die Rückstauklappe hingehört

Einbauort: ausschließlich für Abläufe unterhalb der Rückstauebene

Für den Einbauort gilt ein zentraler Grundsatz: Über den Rückstauverschluss dürfen nur solche Ablaufstellen entwässern, die unterhalb der Rückstauebene liegen. Abwasser aus oberen Geschossen und aus der Dachentwässerung ist separat und am Rückstauverschluss vorbei in den Kanal zu leiten. In zahlreichen Altbauten münden Keller- und Obergeschossleitungen allerdings in eine gemeinsame Grundleitung. In einem solchen Fall genügt es nicht, an beliebiger Stelle eine Klappe in diese Leitung einzusetzen. Vielmehr muss die Leitungsführung so umgebaut werden, dass die gefährdeten Abläufe über einen eigenen Strang entwässern.

Achtung!
Fließt Abwasser aus den oberen Stockwerken über die Rückstauklappe, staut es sich bei geschlossener Klappe innerhalb Ihres eigenen Hauses an. Es tritt dann ausgerechnet dort aus, wo die Klappe eigentlich schützen sollte, nämlich an den Kellerabläufen. Eine Klappe in der gemeinsamen Hauptleitung sitzt daher an der falschen Stelle.

Als Einbauort bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Die Klappe kann frei zugänglich in einer waagerechten Kellerleitung sitzen. Ebenso denkbar ist der Einbau in die Grundleitung unterhalb der Bodenplatte, ergänzt um ein Aufsatzstück bis zur Fußbodenoberkante. Daneben gibt es Verschlüsse, die in einen Bodenablauf integriert sind, sowie Schächte außerhalb des Gebäudes. Welche Variante geeignet ist, richtet sich vor allem nach dem Leitungsverlauf und dem verfügbaren Platz. In jedem Fall muss der Verschluss für Kontrolle und Wartung erreichbar bleiben. Ein Revisionsdeckel, der unter Fliesen oder einer schweren Waschmaschine verschwunden ist, macht die monatliche Prüfung nahezu unmöglich.

Gefälle und Ausrichtung

Ein Rückstauverschluss kann nur in einer Leitung arbeiten, die ein Gefälle zum Kanal aufweist. Welches Mindestgefälle eine Grund- oder Anschlussleitung benötigt, legt die DIN 1986-100 je nach Leitungsart, Nennweite und Lage innerhalb oder außerhalb des Gebäudes fest; bei Schmutzwasser-Grundleitungen liegt es häufig bei etwa 0,5 %. Das Gehäuse selbst wird laut Herstellerangabe meist waagerecht ausgerichtet, damit die Klappen ungehindert pendeln und gleichmäßig an den Dichtflächen anliegen; das Gefälle übernehmen die angeschlossenen Rohrstücke. Ein Pfeil auf dem Gehäuse markiert die Fließrichtung, denn ein falsch herum eingesetzter Verschluss blockiert den normalen Abfluss.

Fehler beim Gefälle machen sich erst nach und nach bemerkbar. Ist das Gefälle zu gering, lagern sich vor der Klappe Sand und Fett ab, bis sie nicht mehr dicht schließen kann. Bei Gegengefälle steht Wasser im Gehäuse, und Schmutz verklebt die Klappe an der Dichtung. Auch bestehende Leitungen können Schäden aufweisen: Abgesackte Rohre oder verschobene Muffen in alten Grundleitungen lassen sich von außen nicht erkennen. Mit einer Kanal-TV-Untersuchung vor dem Einbau lässt sich klären, ob der betreffende Leitungsabschnitt überhaupt infrage kommt.

Senkrechter Einbau: Weshalb die Rückstauklappe in eine liegende Leitung gehört

Ob sich eine Rückstauklappe auch senkrecht einbauen lässt, wird meist dann gefragt, wenn der Platz begrenzt ist. Die Leitung tritt senkrecht aus dem Boden, verläuft an der Wand abwärts, oder es findet sich im Keller schlicht kein waagerechter Abschnitt. Kurz gesagt: Übliche Rückstauverschlüsse für Rohrleitungen sind für eine waagerechte Einbaulage konstruiert und geprüft. Die DIN EN 13564 unterscheidet zwischen Bauarten für waagerechte Leitungen und solchen für Bodenabläufe; eine generelle Freigabe für senkrechte Fallleitungen lässt sich daraus nicht ableiten.

Warum es so sehr auf die Lage ankommt

Die Klappen eines Rückstauverschlusses schließen aufgrund ihres Eigengewichts, durch Auftrieb oder durch den Druck des zurückfließenden Wassers. Diese Mechanik ist auf eine ganz bestimmte Einbaulage ausgelegt. In einem senkrechten Rohr hängen die Klappen anders, liegen dann nicht sauber an der Dichtfläche an oder stören den normalen Abfluss. Hinzu kommt, dass sich Notverschluss und Revisionsdeckel in dieser Position häufig kaum bedienen lassen. Ein Verschluss, der bei der Prüfung im Werk dicht war, kann im eingebauten Zustand also durchaus versagen, und das bemerkt man oft erst, wenn der Keller unter Wasser steht.

Ein zweiter Grund ist noch einfacher: Senkrechte Leitungen im Haus sind in der Regel Fallleitungen aus oberen Geschossen und kommen nach dem oben beschriebenen Grundsatz zum Einbauort ohnehin nicht infrage. Platzmangel ist deshalb häufig ein Hinweis darauf, dass der vorgesehene Einbauort von vornherein ungeeignet ist.

Lösungswege, wenn kein waagerechter Abschnitt vorhanden ist

  • Die Leitung so umverlegen, dass vor dem Anschluss an die Grundleitung ein ausreichend langer waagerechter Abschnitt entsteht
  • Den Verschluss tiefer in der Grundleitung unterhalb der Bodenplatte platzieren und über ein Aufsatzstück zugänglich halten
  • Bei einzelnen Bodenabläufen einen Ablauf mit eingebautem Rückstauverschluss vom Typ 4 oder 5 einsetzen
  • Ablaufstellen, die sich im Gefälle nicht sinnvoll sichern lassen, an eine Hebeanlage anschließen

Manche Hersteller führen Produkte, die für besondere Einbaulagen zugelassen sind; maßgeblich ist dann ausschließlich die Einbauanleitung des jeweiligen Produkts. Fehlt eine ausdrückliche Freigabe, scheidet ein senkrechter Einbau aus. Prüfen Sie vor dem Kauf den Typ nach DIN EN 13564, eine etwaige Kennzeichnung F, die Nennweite und die zulässige Einbaulage.

Schritt für Schritt: So sieht ein fachgerechter Einbau aus

Der eigentliche Einbau nimmt erfahrungsgemäß weniger Zeit in Anspruch als die Vorbereitung. Mit gründlicher Planung lassen sich die typischen Fehler vermeiden, etwa falsche Abläufe am Verschluss oder eine schiefe Ausrichtung. Die nachfolgende Reihenfolge zeigt, wie ein Fachbetrieb vorgeht, und hilft Ihnen zugleich dabei zu beurteilen, ob sorgfältig gearbeitet wurde.

Rückstauklappe einbauen: der Ablauf

  1. Rückstauebene bestimmen
    Die Höhe der Straßenoberkante an der Anschlussstelle ermitteln und mit den Vorgaben der Entwässerungssatzung vergleichen. Anschließend diese Höhe per Laser oder Schlauchwaage im Keller an die Wand übertragen und gut sichtbar markieren. Dadurch ist für jeden erkennbar, welche Abläufe darunter liegen.
  2. Ablaufstellen und Leitungsführung aufnehmen
    Sämtliche Abläufe unterhalb der Markierung festhalten, also Bodenablauf, Waschmaschine, Dusche, WC, Waschbecken und Kondensatleitung. Mittels Kanal-TV-Untersuchung und Leitungsortung ermitteln, wie die Leitungen verlaufen und an welcher Stelle Obergeschossleitungen einmünden. Dabei wird zugleich der Zustand der Rohre sichtbar.
  3. Typ und Einbauort festlegen
    Bei fäkalienhaltigem Abwasser ist ein Gerät vom Typ 3 mit Kennzeichnung F oder eine Hebeanlage erforderlich, bei fäkalienfreiem je nach Situation Typ 2, 3, 4 oder 5. Als Einbauort einen waagerechten, erreichbaren Abschnitt auswählen, durch den ausschließlich Abwasser von unterhalb der Rückstauebene fließt. Die Nennweite muss zur Leitung passen.
  4. Verschluss einbauen und ausrichten
    Die Leitung freilegen, das Passstück heraustrennen und die Rohrenden entgraten. Das Gehäuse in Fließrichtung einsetzen, mithilfe der Wasserwaage gemäß Herstellerangabe ausrichten und über passende Muffen oder Übergangsstücke spannungsfrei verbinden. Erfolgt der Einbau unter der Bodenplatte, das Aufsatzstück auf Fußbodenniveau bringen und sorgfältig einbetonieren.
  5. Prüfen, dokumentieren, einweisen
    Die Funktion mit Wasser testen, den Notverschluss schließen und wieder öffnen und bei Typ 3 den Sensor prüfen. Den geöffneten Leitungsabschnitt einer Dichtheitsprüfung unterziehen und Typ, Einbauort sowie Datum festhalten. Abschließend die Bewohner in die monatliche Kontrolle einweisen.

Wo Eigenleistung an ihre Grenzen stößt

Einen Verschluss in eine frei liegende Kellerleitung einzubauen, ist handwerklich keine allzu große Herausforderung. Die eigentlichen Fehler passieren erfahrungsgemäß schon vorher: bei der Bestimmung der Rückstauebene und bei der Auswahl der Abläufe, die an den Verschluss angeschlossen werden. Solche Fehler fallen nicht beim ersten Spülen auf, sondern erst beim nächsten Starkregen. Wesentlich anspruchsvoller ist der Einbau in die Grundleitung, denn dafür muss die Bodenplatte geöffnet, die Abdichtung gegen Erdreich und Feuchtigkeit wiederhergestellt und die Leitung dicht angebunden werden. Bei Geräten vom Typ 3 kommen außerdem Elektroanschluss und Steuerung hinzu, die in fachkundige Hände gehören. Im Schadenfall kann zudem geprüft werden, ob der Rückstauschutz fachgerecht eingebaut und gewartet wurde.

Wovon der Aufwand abhängt

Der Umfang eines Einbaus hängt weniger von der Klappe selbst ab als von der jeweiligen Einbausituation. Ein frei liegender, waagerechter Leitungsabschnitt ist zügig erledigt. Erheblich mehr Aufwand entsteht, wenn eine gemeinsame Grundleitung unter der Bodenplatte aufgetrennt werden muss. Ein elektronischer Verschluss bedeutet mehr Aufwand als ein mechanischer. Zeigen sich bei der Kamerauntersuchung Risse oder verschobene Muffen, empfiehlt es sich, den Abschnitt vorab zu sanieren, häufig grabenlos per Kurzliner oder Schlauchliner. Ein verlässliches Angebot lässt sich daher erst nach einer Besichtigung vor Ort erstellen.

Inspektion und Wartung: damit die Klappe im Ernstfall auch schließt

Eine Rückstauklappe muss oft jahrelang nicht schließen, daher fallen Defekte im Alltag nicht auf. Ablagerungen aus Fett und Sand und alternde Dichtungen machen die Klappen in dieser Zeit schwergängig. Aus diesem Grund sieht die DIN 1986-3 regelmäßige Inspektionen durch den Betreiber sowie zusätzlich eine Wartung durch Fachkundige vor.

Monatlich: was Sie selbst erledigen können

  • Den Notverschluss einmal schließen und wieder öffnen, damit er leichtgängig bleibt
  • Anschließend kontrollieren, ob die Abläufe normal abfließen, denn ein versehentlich geschlossen gelassener Notverschluss staut Ihr eigenes Abwasser
  • Bei Typ 3 Betriebsanzeige und Warnsignal überprüfen und die Testfunktion gemäß Bedienungsanleitung auslösen
  • Den Revisionsdeckel frei halten und nichts darauf abstellen
  • Nach Starkregen oder Rückstau auf Gerüche, Gluckern oder verlangsamten Abfluss achten

Halbjährlich: Wartung durch Fachkundige

Ungefähr zweimal jährlich sollte eine fachkundige Person den Verschluss öffnen und säubern. Dabei werden die Klappen auf Leichtgängigkeit und die Dichtungen auf Risse oder Verformungen kontrolliert, verschlissene Teile ausgetauscht und abschließend ein Funktionstest durchgeführt. Bei elektronischen Geräten gehören zusätzlich Sensor und Alarmfunktion dazu. Alle Arbeiten werden protokolliert, was Ihnen im Schadenfall gegenüber Versicherung und Vermieter weiterhilft. Für Abwasserhebeanlagen gelten eigene Intervalle: Nach DIN EN 12056-4 sind dies in der Regel jährlich im Einfamilienhaus, halbjährlich im Mehrfamilienhaus und vierteljährlich bei gewerblicher Nutzung.

Häufige Befunde bei der Kontrolle

Bei Rückstauverschlüssen, die über längere Zeit niemand kontrolliert hat, stößt man immer wieder auf ähnliche Befunde. Der Notverschluss sitzt fest und lässt sich nicht mehr bewegen, oder die Klappe haftet durch Fettablagerungen an der Dichtfläche beziehungsweise schließt wegen eines eingeklemmten Fremdkörpers nicht mehr vollständig.

Hermann Schäfer Rohrreinigungsservice e.K. kümmert sich um Einbau, Kontrolle und Wartung von Rückstausicherungen und Hebeanlagen in Biedenkopf und Umgebung (Landkreis Marburg-Biedenkopf, Raum Gießen/Wetzlar). Der Betrieb verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung und ist seit 2022 Mitglied im VDRK. Geleitet wird er von Inhaber Maximilian Veldkamp, der selbst bei den Einsätzen mitarbeitet und 2024 zusätzlich einen Hersteller-Selbstlernkurs zum Rückstauschutz abgeschlossen hat. Vor dem Einbau erhalten Sie auf Wunsch eine kostenlose Beratung vor Ort.

Bestehende Rückstauklappe warten lassen
Hermann Schäfer Rohrreinigungsservice e.K. öffnet und reinigt Ihren vorhandenen Rückstauverschluss, prüft Klappen und Dichtungen und dokumentiert die Wartung. Sie erhalten ein Wartungsprotokoll mit Befund und getauschten Teilen.
06461 7479 984

Rückstauklappe in Biedenkopf überprüfen oder einbauen lassen

Hermann Schäfer Rohrreinigungsservice e.K. sieht sich Ihre Abläufe und Leitungen vor Ort an und erklärt Ihnen, ob eine Rückstauklappe ausreicht oder eine Hebeanlage erforderlich ist. Sie erreichen uns telefonisch unter 06461 7479 984.

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