Ein Kanal setzt sich fast nie über Nacht zu. In aller Regel lagern sich Fett und Sand über Monate ab, engen das Rohr Stück für Stück ein – und irgendwann fließt das Wasser einfach nicht mehr ab. Um solche Engstellen wieder zu öffnen, ist die Hochdruckspülung das übliche Mittel der Wahl. Wie eine Spülung im Detail abläuft und in welchen Abständen eine Wartung späteren Ärger erspart, klärt dieser Text – geschrieben aus der alltäglichen Arbeit in Biedenkopf und der Region Marburg-Biedenkopf.
Was geschieht bei einer Hochdruckspülung im Kanal?
Bei der Hochdruckspülung wird Wasser mit hohem Druck über einen Schlauch mit spezieller Düse in den Kanal geleitet. Die Düse besitzt nach hinten ausgerichtete Strahlen, die den Schlauch von selbst nach vorne ziehen und dabei die Rohrwand von Ablagerungen befreien. Beim Zurückziehen transportiert der Wasserstrom das gelöste Material nach hinten, wo es am Schacht aufgefangen oder abgesaugt wird.
Worauf es dabei ankommt: Das Verfahren kommt ganz ohne Chemie aus und arbeitet allein mit Wasserdruck. Fettschichten und Verengungen im Querschnitt lassen sich damit gründlich beseitigen, ohne die Rohrwand zu beschädigen. Für die verschiedenen Rohrdurchmesser und Verschmutzungen stehen passende Düsen bereit – eine Fettdüse funktioniert anders als eine Düse, die festsitzenden Sand angeht.
Wann genügt die Spülung – und wann braucht es mehr?
Die Hochdruckspülung ist immer dann die passende Lösung, wenn der Kanal im Grunde in Ordnung, aber verstopft ist. Klassische Beispiele sind immer wieder träge ablaufendes Wasser oder gurgelnde Geräusche nach Jahren ohne Reinigung. In diesen Fällen stellt die Spülung den kompletten Querschnitt wieder her.
Was viele übersehen: Es gibt auch klare Grenzen. Sind Wurzeln eingewachsen, ist ein Rohr abgesackt oder eine Muffe undicht geworden, hält die Wirkung des reinen Spülens nur kurz an, das Problem kehrt zurück. Deshalb verbinden wir die Reinigung bei einem entsprechenden Verdacht mit einer Kanal-TV-Untersuchung. Die Kamera macht sichtbar, ob es sich um harmlose Ablagerungen oder um einen Schaden handelt, der saniert werden muss.
Spülung oder Inspektion – was passt zu Ihrer Lage?
Spülung genügt meist
- Wasser läuft träge, aber es läuft ab
- Bekannter Eintrag von Fett oder Sand
- Kanal wurde lange nicht gewartet
- Kein Schaden an der Leitung bekannt
Kamera-Inspektion ratsam
- Verstopfung kehrt an derselben Stelle wieder
- Verdacht auf eingewachsene Wurzeln
- Nach Bauarbeiten oder Setzungen im Boden
- Vor dem Hauskauf oder einer Sanierung
So läuft eine Kanalreinigung bei uns ab
Von der Anfahrt bis zur freien Leitung
- Zugang und erste EinschätzungWir öffnen den geeigneten Schacht oder die Reinigungsöffnung und verschaffen uns einen Überblick, wo das Wasser steht und wie stark die Engstelle ausfällt.
- Düse auswählen und einführenJe nach Rohrdurchmesser und Art der Ablagerung entscheiden wir uns für die passende Spüldüse und schieben den Schlauch bis zur verengten Stelle vor.
- Spülen und rückwärts arbeitenDer Wasserstrahl löst die Ablagerungen. Während der Schlauch zurückgezogen wird, befördert der Wasserstrom das Material nach hinten.
- Kontrolle mit der KameraAuf Wunsch oder bei unklarer Ursache überprüfen wir per Kanal-TV-Untersuchung, ob die Leitung tatsächlich frei und unbeschädigt ist.
Fällt viel gelöstes Material an oder handelt es sich um eine Kellerverstopfung, ergänzt ein Saugwagen die Arbeit und nimmt das Wasser samt Schmutz auf, das anschließend fachgerecht entsorgt wird.
Wartungsintervalle: Wie oft ist eine Reinigung sinnvoll?
Ein einheitliches Intervall für alle gibt es nicht – entscheidend ist, wie stark die Leitung beansprucht wird. Ein Einfamilienhaus mit normalem Abwasser ist anders einzuordnen als eine Gastronomie mit hohem Fetteintrag oder ein Grundstück mit Bäumen direkt über der Leitung. Als grobe Orientierung gilt: Wer nie warten lässt und erst beim Rückstau reagiert, zahlt am Ende meist mehr, weil aus der Reinigung ein Notfall wird.
Es lohnt sich, die Wartung mit einer Kamera-Inspektion zu verbinden. Denn nur wer erkennt, wie rasch sich die Leitung erneut zusetzt, kann das richtige Intervall festlegen – statt bloß zu schätzen. Besteht Rückstaugefahr, lohnt zusätzlich ein Blick auf eine Rückstausicherung.
Für wen ist unsere Rohr- und Kanalreinigung gedacht?
Wir sind in Biedenkopf und Umgebung tätig – für private Hausbesitzer ebenso wie für Hausverwaltungen und Gewerbe. Den Betrieb gibt es seit über 20 Jahren; er wird von Maximilian Veldkamp inhabergeführt und ist Mitglied im VDRK, dem Verband der Rohr- und Kanal-Technik Unternehmen. Neben der Reinigung übernehmen wir unter anderem folgende Leistungen:






